EnergieparkHahnennest.

Die Silphie verbindet Landwirtschaft mit Industrie, Energiepflanze mit Verpackung, Idee mit Lösung. Doch wer sind die Köpfe dahinter? Ihre persönliche Geschichte erzählen wir hier.

Silphie-Pioniere aus Hahnennest

Eine zukunftsfähige Landwirtschaft gestalten – das war die Idee von vier landwirtschaftlichen Familienbetrieben aus der kleinen Ortschaft Hahnennest in Baden-Württemberg. Gemeinsam gründeten sie daher 2011 den Energiepark Hahnennest und bauten eine Biogasanlage. Als einer der ersten in Deutschland, setzten sie auf den Anbau der Energiepflanze Donau-Silphie.

Heute sind die Silphie-Pioniere nicht nur Vordenker, sondern auch Vormacher: Im Auftrag von OutNature produzieren sie in unmittelbarer Nähe zur Biogasanlage Silphie-Fasern als neuen nachwachsenden Rohstoff. Damit erproben die Landwirte für sich ein neues Geschäftsmodell, welches den wirtschaftlichen Betrieb der Biogasanlage, insbesondere nach Auslaufen der EEG-Förderung, weiter sichern soll.

Wir stellen die vier Landwirte und ihre Familienbetriebe vor:

Thomas Metzler
Simon Rauch
Edwin König
Felix Kaltenbach

Landwirt Felix Kaltenbachund die Kaltenbach GbR

Nach dem Abschluss des staatlich geprüften Agrartechnikers gründete Felix Kaltenbach gemeinsam mit seinem Vater Egon 2015 die Kaltenbach GbR. Neben 50 Milchkühen bewirtschaften sie zusammen mit der ganzen Familie 75 Hektar Ackerfläche sowie 60 Hektar Grünland und führen ein landwirtschaftliches Lohnunternehmen.

Felix Kaltenbach im Interview

Felix verschafft uns einen Einblick in seine Arbeit mit der Silphie und sprach mit uns über ihre Chancen für die Zukunft.

Welche Rolle hast du im Energiepark Hahnennest und im Silphie Projekt?

Im Energiepark Hahnennest bin ich im täglichen Ablauf rund um die Biogasproduktion integriert. Darüber hinaus bin ich auch zusammen mit meinen Partnern für die Erntelogistik zuständig. Aus der Ernte erhalten wir einen Großteil des Inputmaterials für die Biogasanlage. Neben der Donau-Silphie ernten wir auch Mais, Grünland und teilweise auch Ganzpflanzensilage.

Eines meiner weiteren Tätigkeitsfelder ist die Mithilfe bei der deutschland- und europaweiten Aussaatkoordination der Donau-Silphie. 2021 haben wir neben Deutschland beispielsweise auch Felder in Tschechien, den Niederlanden und Frankreich ausgesät.

Was waren deine ersten Gedanken zum Silphie-Anbau? Welche Chancen siehst du für die Zukunft?

Es ist einfach genial, wie viele Vorteile die Silphie mit sich bringt. Der Aufwand zur Erhaltung der Pflanze ist sehr gering, denn die Silphie wächst jedes Jahr nach der Ernte wieder von neuem. Vor allem bilden sich durch nachweislichen Humusaufbau wertvolle und fruchtbare Böden auch für die nächsten Generationen.

Die Silphie wird auch zukünftig eine sehr gute Alternative für viele Landwirte bzw. Biogasproduzenten bleiben! Meinem Gefühl nach, steckt in der Faserproduktion eine große Chance für viele Biogasanlagen zur Umsetzung eines zusätzlichen Geschäftsmodells.

Wie würdest du die Silphie in einem Wort oder einem Satz beschreiben?

Welche Pflanze bietet mehr?

Was ist das Schönste an deiner Arbeit?

Der Beruf Landwirt ist sehr vielseitig und abwechslungsreich: Ich arbeite mit Menschen und Tieren, Technik und Natur. Das Schönste an meiner Arbeit ist, immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt zu werden. Jeden Tag gibt es etwas Neues zu lernen!

Ralf Brodmann Landwirt aus Hahnennest

Bei einem Kartenspiel entdeckte er die Silphie-Pflanze und begann damit, sie in seinem Garten anzupflanzen. Ralf erhöhte die Keimfähigkeit der Samen und entwickelte gemeinsam mit seinem Schwager ein spezielles Aussaatverfahren. Unter dem Produktnamen Donau-Silphie wurden mittlerweile mehr als 8.000 ha (2021) in ganz Deutschland ausgesät.

Ralf Brodmann im Interview

Wir durften Ralf einige Fragen zu seiner Arbeit, dem von ihm speziell entwickelten Aussaatverfahren und auch zur Silphie-Pflanze stellen.

Welche Rolle hast du im „Silphie-Projekt“?

Ich bin hauptsächlich für Saatgut, Anbau und Beratung der Landwirte mit verantwortlich, darf mich aber auch als Bindeglied zwischen den einzelnen Prozesspunkten mit einbringen!

Wodurch zeichnet sich das spezielle Aussaatverfahren aus? Warum hast du es entwickelt?

Durch die geringe Keimfähigkeit musste die Durchwachsenen Silphie in der Vergangenheit aufwändig im Gewächshaus angezogen und im Anschluss auf das Feld ausgepflanzt werden.

Durch eine spezielle Saatgutbehandlung konnten wir die Keimfähigkeit der Silphie so erhöhen, dass eine konventionelle Aussaat mit einer Drillmaschine möglich ist. Aufgrund ihrer langen Entwicklungsphase kann die Silphie erst im zweiten Anbaujahr geerntet werden. Um ein ernteloses erstes Jahr zu umgehen, erfanden wir das inzwischen patentierte Untersaat-Verfahren in Mais. Sprich auf einem Feld werden parallel Silphie und Mais angebaut. Auf diese Weise wird der Mais im ersten Jahr abgeerntet, die Silphie bleibt stehen und die Ernte erfolgt dann jährlich ab dem zweiten Jahr. Inklusive risikofreiem Anbaukonzept wird die Durchwachsene Silphie nun seit 2012 von uns unter dem Produktnamen Donau-Silphie in Deutschland und auch im benachbarten Ausland vermarktet.

Unser Aussaatverfahren zeichnet sich also technisch durch die gleichzeitige Aussaat von zwei Kulturen, pflanzenbaulich durch die wundervolle Symbiose dieser und wirtschaftlich durch den Zugewinn einer Ernte im ersten Anbaujahr aus.

Wie würdest du die Silphie mit einem Wort oder einem Satz beschreiben?

Hattest du schon mal eine Freundin, die fast überall perfekt war?

"Das Schönste an meiner Arbeit ist der Umgang mit Mensch und Natur, die Möglichkeit Zukunftsperspektiven aufzuzeigen und mitzugestalten."

— Ralf Brodmann, Landwirt

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